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2026-02-09 09:50:14 UTC

malteengeler on Nostr: "Lies dieses Buch". Wenn eine stabile FLINTA-Genossin das zu einem sagt, dann macht ...

"Lies dieses Buch". Wenn eine stabile FLINTA-Genossin das zu einem sagt, dann macht man das. Also habe ich "Mit Männern leben" von Manon Garcia gelesen. Das Buch ist nicht lang und es ist wundervoll geschrieben, nach wenigen Tagen klappte ich es fertig gelesen zu.



Was sagt man als Mann zu diesem Buch? Die Fragen, die Garcia formuliert sind brutal und unentrinnbar: Der Prozess gegen Dominique Pelicot und über 50 andere Männer macht es unmöglich, die tiefsitzende patriarchale Gewalt zu sehen, die unsere Gesellschaft durchzieht und die unmöglich Gegenstand eines einzelnen Prozess gegen einzelne Männer sein kann. Die Parallelen, die Garcia zur Banalität des Bösen im Prozess gegen Adolf Eichmann (Arend) zieht, sind naheliegend.



Wie kann ein Mann in dieser Welt überhaupt Ally jener sein, die täglich diese Gewalt (sichtbar, unsichtbar, offen und verdeckt) erleben? Sich "erschüttert" oder "ratlos" zu zeigen, wäre völlig unzureichend. Niemand, der mit offenen Augen durch die Welt geht, kann von dem überrascht sein, was der Prozess offenbart hat.



Ich erinnere mich gut daran, wie vor einigen Jahren eine Meme die Runde macht, in dem Frauen sich fragten, ob sie lieber mit einem Bären oder einem Mann allein im Wald wären und sich für den Bären entschieden. Unter meinen männlichen Bekannten und teilweise auch Freunden gab es damals Diskussionen ("übertrieben", "aber ich bin doch keiner von denen", "ich fühle mich angegriffen"). Vielleicht ist das Mindeste, was Männer mit dem Buch von Garcia tun können, sich den Reflex abzugewöhnen, sich als "anders" zu betrachten. Alle Männer, auch linke Männer, sind Teil des Problems. Eines, das nicht überwunden wird, indem seine systemische Natur geleugnet wird. (Schonungslose) Selbstkritik und Bruch mit männlichen Normen sind angezeigt. Und das sage ich vor allem zu mir selbst.