https://youtu.be/zUDFe4hYeIs
Eine von uns! – Sie weiß es nur noch nicht.
Berufsbedingt durfte ich den heutigen schönen Tag größtenteils im Auto verbringen. Da ich mir das Geschwätz der Sender, die ich über Zwangsabgaben mitfinanzieren muss, inzwischen nicht mehr geben kann, ließ ich über mein YouTube-Premium-Abo das Gespräch zwischen Benjamin Berndt und Frau Dr. med. Merscher im Hintergrund laufen.
Schnell überzeugte sie mich mit ihrer Kritik an Friedrich Merz. Jeder Politiker, der von jemandem kritisiert wird, ist mir zunächst einmal sympathischer. Bei offenem Hass auf Politiker wird es dann allerdings richtig interessant. Denn, wie wir alle wissen: Berufspolitiker ist kein Beruf, sondern eher eine Berufung zum Parasitentum.
Aber ich schweife ab.
Frau Dr. Merscher setzt sich fachlich fundiert mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auseinander und legt dar, warum sie Friedrich Merz erneut der Lüge bezichtigt.
Anschließend spricht sie darüber, wie stark sie beziehungsweise ihre Beiträge in den „sozialen Medien“ bereits zensiert würden. Als Konsequenz hat sie eine eigene Plattform beziehungsweise Website ins Leben gerufen, auf der diese Zensur nicht stattfinden soll.
Und genau an dieser Stelle musste ich unweigerlich an NOSTR denken.
Jeder Bitcoiner, Cypherpunk, Libertäre, Anhänger der Österreichischen Schule oder schlicht jeder, der sich ein wenig intensiver mit den technischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen beschäftigt hat, erkennt hier das Problem eines Single Point of Failure (SPOF).
Eine zentrale Plattform mag zunächst wie die Lösung eines Problems erscheinen. Gleichzeitig schafft sie aber eine neue Abhängigkeit: Wer die Plattform kontrolliert, kontrolliert letztlich auch die Spielregeln.
Daher wäre es fast schon eine Schande, wenn Frau Merscher noch nichts von NOSTR gehört hätte.
Noch interessanter könnte für sie allerdings Bitcoin werden. Das weiß sie vermutlich nur noch nicht. Sie erwähnt zwar „Finanz-YouTuber“, aber nach wirklich freiem Geld klingt das für mich noch nicht. Vielleicht ist der Weg von dort zu Bitcoin ja kürzer, als man denkt. Vorallem wenn ihr demnächst die Konten gesperrt werden.
Zwischenzeitlich hatte ich tatsächlich Angst, dass sie das eigentliche Problem am Ende doch nicht erkennt.
Diese Angst war allerdings unbegründet.
Denn gegen Ende des Gesprächs umschreibt sie das Problem meiner Meinung nach ziemlich treffend. Dass sie es nicht direkt ausspricht, ist in der heutigen Zeit vielleicht auch nachvollziehbar. Niemand möchte wegen seiner Kritik am politischen System plötzlich Besuch bekommen oder weggesperrt werden.
Ihr Gedankengang am Ende lässt sich für mich ungefähr so zusammenfassen:
Politiker, NGOs, Lobbyisten und möglicherweise auch der Staat selbst sind Teil eines Systems, das grundlegend verändert werden müsste.
Sie spricht von einem Neustart des gesamten Systems. Oder, um ihr Bild aufzugreifen: Vielleicht braucht es nur ein Kind, das den gerade mühsam aufgebauten Turm einfach umwirft.
Und damit möchte ich den Gedanken an dieser Stelle offen stehen lassen:
Sind die politischen Machthaber in diesem Land möglicherweise selbst so tief in diesem System gefangen, dass sie einen solchen „Reset“, das Umwerfen des Turms, durch die Konfrontation mit einem vermeintlich feindlichen Staat geradezu provozieren?
Und falls dem tatsächlich so wäre:
Wer ist dann eigentlich die wahre Macht in unserem System?